Smartphones verändern die Kindheit
Technologieunternehmen investieren Milliarden, um Apps und Geräte so suchterregend wie möglich zu machen. Für Kinder, deren Gehirn sich noch in der Entwicklung befindet, kann das besonders verheerend sein.
Gesundheitsrisiken
Im direkten Vergleich weisen 12-Jährige mit eigenem Smartphone ein deutlich erhöhtes Risiko für Depression, Übergewicht und Schlafdefizit auf, als Gleichaltrige ohne.
Verminderte Konzentrationsfähigkeit
Nach einer einzigen Ablenkung durch das Smartphone kann es bis zu 23 Minuten dauern, bis man sich wieder konzentrieren kann1. Die Hälfte der 11- bis 17-Jährigen erhält mindestens 237 Benachrichtigungen pro Tag, rund ein Viertel davon während der Schulzeit2.
Suchtpotential
Die Apps auf Smartphones sind auf Suchtpotential konzipiert. Swipe, reward, repeat. Die künstlichen Dopamin-Hits lassen sie wie eine Droge wirken. Das Geschäftsmodell lautet «maximales Engagement» durch möglichst lange Screentime.
Wegen des Geschäftsmodells hook (anhaken), hold (Aufmerksamkeit halten), harvest (Daten ernten) und hide (den Schaden vor der Öffentlichkeit verbergen) zahlte Meta im August 2026 in einem Vergleich in den USA 18 Milliarden Dollar. Ziehen TikTok, Snap und YouTube mit, sollen landesweit einheitliche Jugendschutzmassnahmen gelten. Europa ist davon vorerst nicht betroffen, der Gerichtsfall könnte aber als Referenzmodell dienen.
Vermindertes Selbstwertgefühl
«Wir haben herausgearbeitet, dass Kinder und Jugendliche durch den Gebrauch von sozialen Medien ständig Vergleichen mit Personen ausgesetzt sind, die sie als sozial besser gestellt halten – die sie zum Beispiel hübscher finden oder die ihnen wohlhabender, beliebter und glücklicher vorkommen.»
«Wenn etwas ein Werkzeug ist, dann liegt es einfach da und wartet geduldig. Wenn etwas kein Werkzeug ist, dann verlangt es etwas von dir. Es verführt dich. Es manipuliert dich. Es will deine Aufmerksamkeit.»

Später statt früher
Smartphones sind das Tor zu den sozialen Medien und zum wilden Westen des Internets. Wenn Kinder nicht rund um die Uhr ein Gerät in der Tasche haben, geben wir ihnen ein grosses Stück Freiheit. Je länger wir warten, bis wir unseren Kindern ein Smartphone geben, desto mehr Zeit haben sie, sich zu entwickeln, zu wachsen und zu lernen.
«Altmodisches» Telefon bis mindestens 14
Um erreichbar zu sein reicht ein Telefon. Es muss kein Smartphone sein.
Eigene Social Media-Konten frühestens ab 16
Der soziale Vergleich in der Realität kann schwierig genug sein, es braucht nicht auch einen globalen Vergleich mit «Content Creators» und ihren Filtern.
Zusammen
Surfen, chatten und Internet am gemeinsam genutzten Computer. Medienkompetenz in Begleitung entdecken.
Gemeinsam gegen den Gruppendruck
Der Hauptgrund für ein frühes Smartphone ist der Druck, dass «alle anderen schon eines haben». Der Elternpakt dreht diesen Gruppendruck um: Je mehr Familien einer Schule mitmachen, desto normaler wird es, ohne eigenes Smartphone aufzuwachsen — und desto leichter fällt es jedem einzelnen Kind.
Fragen & Antworten
Unsere Häufig gestellten Fragen helfen, Eltern, Lehrpersonen, Schulen, Politik, Jugendorganisationen und Vereine auf das Thema zu sensibilisieren.
Nein, denn Gehirne in der Entwicklung und Reifung sind anfälliger («all gas and no brake»). So ist der präfrontale Kortex im Gehirn bei Männern erst im Alter von 25 Jahren vollständig entwickelt und bei Frauen rund zwei Jahre früher. Smartphones ab 25 ist natürlich illusorisch. Aber wir möchten unseren Kindern helfen, einen gesunden Umgang mit den Geräten zu erlernen, während bei ihnen die Bremse noch nicht voll entwickelt ist.
Für Kinder anderer - aber nicht die eigenen
Viele der Entwickler:innen halten die Technologien, welche sie selbst erfunden haben, von ihren Kindern fern. Niemand verdient Geld, wenn Kinder draussen spielen, sich streiten und versöhnen oder gemeinsam wachsen. Das Geschäftsmodell von Apps beruht auf “maximal engagement” - also darauf, Nutzerinnen und Nutzer so lange wie möglich online zu halten, um den Gewinn zu maximieren.

«Wir erlauben keine iPads im Haus. Wir denken, das ist zu gefährlich für die Kinder.»
Gründer von Apple

«Ich möchte im Allgemeinen nicht, dass meine Kinder lange Zeit vor dem Fernseher oder Computer sitzen.»
Gründer von Meta

Beschränkt die Mediennutzung seines (damals) siebenjährigen Sohnes auf 90 Minuten pro Woche - im Vergleich zu durchschnittlichen amerikanischen Teenagern, die fast neun Stunden täglich vor Bildschirmen verbringen.
CEO Snap Inc. (Snapchat)

Er empfindet “unglaubliche Schuldgefühle”, weil er beim Aufbau von Facebook mitgeholfen hat. Seine eigenen Kinder “dürfen diesen Mist nicht benutzen”.
Ehemaliger Facebook-Vizepräsident für Wachstum, Jetzt Aktivist.

«Gott allein weiss, was es mit den Gehirnen unserer Kinder macht.»
Erster Präsident bei Facebook, 2017

«Ich habe meinen drei Kindern keine eigenen Smartphones oder Computer erlaubt, bis sie 14 waren und sie haben sich beschwert, dass andere früher welche hatten.»
Gründer von Microsoft

In 2018 sagte er, sein damals elfjähriger Sohn besitze kein Smartphone.
CEO Google

«Facebook nutzte eine Reihe von Funktionen, die gezielt auf die Schwächen junger Nutzer zugeschnitten waren und deren Risiken und Schädlichkeit ausnutzen, während die Risiken und Gefahren dieser Funktionen verschleiert wurden. Alle Hebel wurden genutzt, um die Nutzerbindung und die Sucht zu erhöhen.»
Whistleblowerin (“Careless People”)

«Ich bin überzeugt, dass der Teufel in unseren Smartphones lebt und unseren Kindern schadet.» Sie gab ihren Kindern erst im Highschool-Alter Smartphones.
Ehemalige Assistentin der Geschäftsleitung bei Facebook
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